Biografie und Text Andreas Schulze

1955 in Hannover geboren
1978-83 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Dieter Krieg
1997 Sprengel-Preis für Bildende Kunst, Niedersächsische Sparkassenstiftung

lebt und arbeitet in Köln



Einzelausstellungen (Auswahl)

  1983 Museum van Hedandaagse Kunst, Gent
  1988 Museo de Arte Contemporaneo de Sevilla
Fundacio Caja de Pensiones, Valencia
  1989 Kunstmuseum Luzern
Kunstverein München
  1993 Kunstverein Hamburg
  1997 Kunstverein Ludwigsburg
Sprengel Museum Hannover
  2000 Kunsthalle Dominikaner Kirche, Osnabrück
  2002 Trinitatis Kirche, Köln
Installation / Wohnraum von Andreas Schulze Wandmalerei 1996/97 Deckenmalerei, 1989

Andreas Schulze gehört - neben Dahn, Dokoupil, Bömmels - zu den in Köln lebenden Künstlern, die zu Beginn der 80er durch die Diskussion um die "Wilde Malerei" bekannt wurden.
Andreas Schulzes Malerei ist jedoch nicht expressiv, sondern aus einer ursprünglich konzeptuell formalistischen Position entwickelte sich eine bildnerische Unentschiedenheit zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, die zum eigenen Stil führte. Neben seriell abstrakten Strukturen fügt er konkrete Bildelemente, identifizierbare Objekte in die Malerei ein. Er bevorzugt großformatige Tableaus und Skulpturen, seine typische Formensprache bewegt sich zwischen Blumenmustern und ausladenden Dekors, zwischen Möbelstücken, Steinformationen oder magischen, organischen Formen, die eine unagressive Großzügigkeit spüren lassen.
Mit dem gleichen Großmut und einer Spur Ironie bewegt er sich in der Kunstgeschichte; obwohl er einer der ganz wenigen Künstler seiner Generation ist, die einen eigenen, unverwechselbaren Stil entwickelt haben, bezieht er sich auf Vorbilder wie z.B. Judd, Stella oder Nay. Nie auf der Ebene eines direkten Zitats. Es reizt ihn vielmehr, einen "Extrakt daraus zu machen, wie Bilder gemacht sind". Andreas Schulze arbeitet mit Kunstgeschichte und mit Gegenwart, mit der erläuternden Hilfe von Hinweisen und Verweisen auf Geschehenes und setzt dies auf eine unverwechselbare Weise ins Bild. Schulzes bühnenbildartige, bizarre Räume laden zum Phantasieren ein. Dem Betrachter bleibt ein großes Feld der eigenen Assoziationen. Sein Werk entzieht sich dem Kommentar und der Bildung einer eindeutigen Theorie. Jede Zuordnung muß sich sofort wieder selbst hinterfragen. Trotzdem rechtfertigt sich sein Werk aus dem Bewußtsein über die Künstlichkeit von Kunst und Kunstreflexion. Der romantische Hyper-Realismus schafft eine glatte Oberfläche, in der sich das Artifizielle unserer Welt herrlich spiegelt.